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dwa-m_151

Table of Contents

DWA-M 151

Mein Konspekt vom “Merkblatt DWA-M 151 Messdatenmanagementsysteme (MDMS) in Entwässerungssystemen” (s. E-Mail von Wolfgang Lieb vom 23.11.2023)

Vorwort

  • Grundlage zur Planung und Betrieb: Messdaten von Anlagen
  • Messdaten müssen:
    • geprüft
    • korrigiert
    • archiviert werden
  • Technische Hinweise zum Betrieb von Messungen → Merkblatt DWA-M 181
  • Umgang mit Massendaten ist aber in diesem Dokumenten (DWA-M 151) erstmals dargestellt

Verfasser

…

Bilderverzeichnis

…

Tabellenverzeichnis

…

Benutzerhinweis

…

1 Anwendungsbereich

  • Hier werden folgende Themen erfasst:
    • Anforderungen an MDMS
    • Funktionalitäten zur Unterstützung von:
      • Datenerfassung
      • Prüfung und Korrektur der Daten → Datenqualität
      • Dokumentation und Archivierung von Daten
      • Austausch von Daten
    • Daten = Messdaten + Metadaten
    • Ziel von diesem Merkblatt:
      • den Benutzern (Admins, Betreibern, Entwicklern, Herstellern, Planer und Aufsichtsbehörden) Infos und Hilfe anzubieten zu :
        • Konzeption
        • Aufbau
        • Pflege
        • Anwendung
        • Fortschreibung
      • sowie Datenaustausch und Integration in bestehende IT-Systeme

2 Verweisungen

…

DIN…

DWA…

Dokumente beschreiben Normen und Empfehlungen zu Messsystemen, Datenformaten, Dokumentationsverfahren etc.

3 Begriffe

3.1 Definitionen

Begriffe aus DWA-M 181 sowie folgende Definitionen:

  • abgeleitete Daten:
    • durch eindeutige und im MDMS definierbare Bezeichnungsregeln ermittelte Daten (z.B. Durchfluss)
  • aggregierte Daten:
    • durch zeitliche Zusammenfassung von Daten innerhalb von Zeitbereichen neu ermittelte Daten (z.B. Mittelwert, Summe etc.). Typische Aggregationsbereiche: Stunde, Tag, Monat, Jahr etc.
  • äquidistante Daten:
    • …
  • Bearbeitungsebene
    • … (eine Bearbeitung zur Verbesserung der Datenqualität führt zu einer höheren Bearbeitungsbene)
  • Datenerfassung
    • zeitfolgenrichtige. gemeinsame Erafssung von Messwert und Zeitstempel
  • Datenlücke
    • Zeitbereich in dem keine Daten vorliegen
  • Datenqualität
    • Kenngröße, welche die Aussagekraft der Messdaten in Bezug auf eine bestimmte Nutzung beschreibt
  • Diskretisierungszeitschritt (oft auch Zeitintervall genannt)
    • Zeitbereich zwischen zwei Messwerten. Kann äquidistant oder variabel sein
  • Eingangsdaten
    • Alle Daten, die in ein System aufgenommen werden
  • Messdaten
    • Daten + Zeitstempel
  • Messdatenmanagementsystem
    • System zur kontinuierlichen und dauerhaften Speicherung, Aufbereitung, Auswertung sowie zum Austausch von Mess- und Metadaten.
  • Messergebnis
    • Aus Messungen gewonnener Schätzwert für den wahren Wert einer Messgröße (?)
  • Messgröße
    • Physikalische oder chemische Größe, die für die Messung gilt.
    • Messgröße = Messwert + Maßeinheit
  • Messstelle
    • …
  • Messstation
    • Gruppierung von Messeinrichtungen
  • Produktionsdaten
    • Aus den Eingangsdaten entstandene und ggf veränderte Daten
  • Schlüssellisten
    • Zusammenstellung der Zuordnungen von Begriffen zu eindeutigen Codes bzw. Werten
  • Transformationsbeziehung
    • Transformationsbeziehungen stellen den Bezug zwischen mindestens zwei Messgrößen her:
      • haben keinen Zeitbezug
      • können eine zeitlich begrenzte Gültigkeit haben
  • Zeitbezug
    • beschreibt wie eine Zeitreihe zwischen ihren benachbarten Wertpaaren definiert ist
      • kontinuierlich → interpoliert
      • Intervall → Stufen → konstant zwischen zwei Werten
      • momentan → nur an den Zeitpunkten
  • Zeitbereich
    • …
  • Zeitintervall
    • Diskretisierungszeitschritt
  • Zeitlicher Gültigkeitsbereich
    • Zeitbereich für den eine bestimmte Eigenschaft definiert ist
  • Zeitstempel
    • …
  • Zeitreihe
    • In der Messtechnik und Informationstechnologie eingesetztes Hilfsmittel, um die Veränderung einer Messgröße über die Zeit zu beschreiben
  • Zeitreihenfolge
    • Eine Zeitreihe, die andere Zeitreihen referenziert und in zeitlichen Folge durch Formeln und Rechenoperationen miteinander verknüpft

3.2 Symbole und Abkürzungen

…

4 Grundlagen

4.1 Aufgaben und Ziele eines Messdatenmanagementsystems

  • Aufgaben von MDMS:
    • Planung und Durchführung von Messungen
    • Prüfung von Messdaten
    • Korrektur der Messwerte
    • Auswertung der Messdaten
    • Dokumentation der Messdaten
    • Archivierung der Messdaten
  • Ziel: ausssagekräftige und belastbare Grundlage für weitergehende Aufgaben (z.B. Planung, Dimensionierung, Optimierung) zur Verfügung zu stellen
  • Neben temporären Messungen auch Dauermessstellen integrieren
  • Messdaten haben einen hohen wirtschaftlichen Wert
    • ⇒ Messdaten müssen geprüft, korrigiert, ausgewertet, dokumentiert und archiviert werden
  • Messdaten beschreiben sehr dynamische Prozesse
  • Sie müssen zeitnah geprüft und archiviert werden, sonst können sie später nicht mehr rekonstruiert werden
  • MDMS ersetzt nicht die Datenerfassung (zentral oder dezentral).
    • Es dient der Zusammenführung, Prüfung, Weiterverarbeitung, Bereitstellung und Archivierung der massgeblichen Messwerte aus verschiedensten Quellen in einem System
  • Die Anforderungen an die Messstellen sind im Merkblatt DWA-M 181 beschrieben

4.2 Anwendungsbereiche und Funktionalitäten

  • MDMS sind empfehlenswert für alle Bereiche, wo Messdaten anfallen
  • Beispiele für Anwendungsbereiche von MDMS
    • Auswertung und Bereitstellung geprüfter Messdaten in:
      • Planung
      • Abrechnung
      • Betrieb
      • Selbstüberwachung
      • …
      • Prognose und Alarmierung
      • Berichtwesen
      • Statistik
      • …
  • MDMS Grundfunktionalitäten
    • Datenaufnahme
    • automatische und manuelle Datenprüfung und -korrektur
    • Dokumentation und Auswertung von Messdaten
    • Datenspeicherung (Archivierung)
    • Datenbereitstellung und Datenaustausch (Export)

4.3 Grundsätzlicher Aufbau

  • Um MDMS flexibel einsetzen zu können:
    • modular aufbauen
    • Schnittstellen anbieten
  • Umfang und Herkunft der Daten sollen dokumentiert werden
    • am besten nach ISO 9001 und ISO 17025
  • Grundsätzlich: Rohdaten sollen komplett in MDMS aufgenommen werden (!)
    • nur so kann Nachvollziehbarkeit und Flexibilität garantiert werden
  • Bei der Datenaufnahme ins MDMS soll die Zeitinformation beibehalten werden
    • ⇒ keine Aggregierung & keine Korrektur darf erfolgen (nicht an dieser Stelle!)
  • Außer Messdaten müssen auch Metadaten aufgenommen werden:
    • Import der Metadaten
      • manuell
      • automatisch
    • Historie
    • um doppelte Verwaltung zu vermeiden muss “führendes” System festgelegt werden
    • Personenkreis zuständig für Metadaten festlegen
    • Schnittstellen z.B. zu:
      • Kanalinformationssystemen
      • Betriebsführungssystemen
      • GIS
      • sonstige

4.4 Anforderungen an die Systemarchitektur und Funktionalitäten

  • Einfachster Fall (wenn einmalig oder wenige Daten):
    • Excel
    • eine einfache DB
  • Anforderungen an MDMS → s. Anhang A
  • Vorgehen bei der Konzeption von MDMS, Anforderungen an Personal → s. Abschnitt 9
  • DB
    • Integration der Daten aus verschiedenen Quellen
  • Modularer Aufbau und (Mindest-)Funktionalitäten
    • Module:
      • Import
      • Datenprüfung (manuell oder automatisch)
      • Datenkorrektur
      • Auswertung
      • Dokumentation
      • Export
      • Archivierung
    • Schnittstellen zum Import bzw. zur Verwaltung von Metadaten
      • → aufgabenspezifisch
    • Datenimport
      • übliche offene und proprietäre Datenformate (s. Anhang B)
      • eine vom Anwender frei definierbare Schnittstelle (?)
      • CSV
      • Neben realen Messdaten sollten z.B. auch Zeitreihen aus Modellrechnungen importiert werden können
    • Datenexport
      • Messdaten, Messgrößen, zeitliche Auflösung, Datenformate → freiwählbar
      • Export aller Zeitreihen auch in äquidistanten Zeitscnitten soll möglich sein
    • Verarbeitung von Zeitreihen mit unterschiedlichen Diskretisierungszeitschritten und Zeitbezug
      • …
    • Darstellung von Zeitreihen
      • frei wählbar vom Benutzer
    • Berichtwesen
      • Standardlayouts / -berichte
        • per Knopfdruck oder automatisch
      • Meldungen über Import / Export
    • Datenarchivierung und Datensicherheit
      • Archivierung
      • Speicherung der Prüfungen und Korrekturen
    • Geografisch orientierte Benutzeroberfläche
      • Karten
    • Administration (Rechtevergabe etc.)
      • Benutzerverwaltung
      • Userspezifische GUI (z.B. widget-basiert)
    • Lizenzmodell
      • flexibel
    • Verwaltung von Mandanten
      • Mandantenfähigkeit in allen Modulen
      • Entsprechende Administration

4.5 Datenarten und -verarbeitung

4.5.1 Datenarten

  • Systemdaten
    • Einzugsgebiet
    • Gerinne
    • hydraulische Eigenschaften
    • …
  • Betriebsdaten
    • Infos über Betrieb des Entwässerungs- und Messsystems (z.B. Drosseleinstellungen, Pumpwerksbetrieb, Protokolle …)
  • Prozessdaten
    • Daten der gemessenen technischen oder natürlichen Prozesse (z.B. Niederschlag , Abfluss etc.) als Zeitreihen
    • Dabei werden folgende Daten unterschieden:
      • primär
      • sekundär
      • tertiär

4.5.2 Eingangsdaten

  • Eingangsdaten: alle Daten, die in das MDMS aufgenommen (importiert) werden. Z.B. Daten aus Datenloggern, Messwerte, Werte aus Simulationen.
  • doppelte Datenhalten vermeiden beim direkten Zugriffauf andere MDMS oder Services (?)
  • Eingangsdaten sind in der Regel ungeprüfte Daten zu Beginn der Datenverarbeitung im MDMS
  • Vor Veränderungen schützen(!)

4.5.3 Produktionsdaten

  • Eingangsdaten, die weiterverarbeitet sind (z.B. korrigiert)
  • Sie können auch aus Berechnung entstehen (Eingangswert + X * Y / Z)
  • Alle Veränderungen sollen dokumentiert und protokolliert werden
  • Auf Datenschutz achten

4.5.4 Metadaten

  • Alle Eingangsdaten sollen über Metadaten beschrieben werden
  • Beispiele:
    • Qualitätsattribute
    • Parameter des Messgerätes
    • Kalibrierungsinformationen
    • …
  • Durch weitere Verarbeitungsschritte im MDMS entstehen auch weitere Metadaten

4.5.5 Datenformate

  • es gibt unzählige Formate (offen oder proprietär)
  • die ergeben sich aus Anwendung / Herkunft
  • Übersicht zu den Formaten → Anhang B

5 Datenerfassung, Datenübertragung und Datenaufnahme

5.1 Grundlagen

  • Nur Messwert und Einheit und Zeitstempel sind nicht ausreichend für die Prüfung der Daten und Beurteilung der Prozesse
    • ⇒ Randbedingungen notwendig
  • Metadaten = Randbedingungen
  • DIN 1319 Teil 1 bis Teil 4
  • Merkblatt DWA-M 181

5.2 Messdatenerfassung und -übertragung

  • Auswahl der Messstelle - wichtig(!)
  • Der Nutzer hat normalerweise keinen Einfluss auf Messwertaufnehmer bzw. -umformer
    • es wird meist als genormtes Signal (0-10 V, 0mA - 20mA …) oder Bus-Signal weitergegeben
  • Beim Messwertaufnehmer und -umformer getrennt realisiert kann bei einer fehlerhaften Installation zu den sog. systematischen Fehlern kommen
  • Messwertaufnehmer:
    • erfasst die gewünschte Größe über eine Hilfsgröße (z.B. Strom, Spannnung…)
  • Messwertumformer hat folgende Aufgaben:
    • Speicherunge der Geräteeinstellungen und Messdaten
    • Versorgung des Messaufnehmers mit Spannung
    • Darstellung der Messwerte über interne/externe Anzeigegeräte
    • Verstärkung der Messsignale
    • Ausführung von Berechnungs- und Steuerungsfunktionen
    • Datenübertragung
  • Für weitergehende Verarbeitung werden die Daten digitsalisiert
  • Es ist zu achten, dass die Analog-Eingangskarte die nötige digitale Auflösung hat

5.3 Beispiele für Metadaten

  • Metadaten
    • gerätespezifisch
      • Randbedingungen, die Einfluss auf Werterfassung haben
    • datenspezifisch
      • Datenverarbeitung, die ggf. schon in Auswerteeinheiten stattfinden
  • Außerdem folgende Beispiele:
    • Topografische Hinweise
    • Bilder
    • Pläne
  • Beispiele: Anhang C

5.4 Metadatenerfassung

  • An jeder Stelle wo z.B. (Sensor-)Daten aufgenommen werden gibt es Einflusse, die Auswirkungen auf die später genutzten Datenbestände haben
    • z.B. Umrechnungen oder Transfertabellen
  • Dort, wo Änderungen erfolgen, müssen die zugehörigen Metadaten erhoben werden

5.5 Datenaufnahme in das MDMS

  • Außer Import aus PLS oder anderen externen Datenquellen kann die Aufnahme ins MDMS auch über elektronische Datenübertragungen aus mobilen Geräten, Scannern etc. erfolgen
  • Auch Handeingaben können erfolgen
    • ⇒ nicht immer sind alle Daten zeitnah verfügbar
  • Zeitversatz, Start, Ende der Messkampagne sollen vermerkt werden (Anhang C)
  • Die Personen, die Messdaten erfassen sollen auch können die Daten zu prüfen
  • Eingabe → frei konfigurierbare Masken
  • Vom MDMS generierte Metadaten sollen automatisch mit Zeitstempel, Benutzerkennzeichen usw. versehen und archiviert werden

6 Datenprüfung und Datenkorrektur

6.1 Grundlagen zur Datenprüfung und -korrektur

6.2 Manuelle Datenprüfungen

6.3 Automatisierte Datenprüfungen

6.4 Dokumentation der Datenqualität

6.5 Datenkorrektur

6.6 Datenfreigabe

7 Darstellung, Auswertung und Dokumentation

7.1 Grundlagen und Anforderungen

7.2 Darstellung von Zeitreihen und zugehörigen Metadaten

7.3 Auswertung von Messdaten

7.4 Dokumentation

8 Datenspeicherung und Administration

8.1 Grundlagen, Anforderungen und Ziele

8.2 Physikalische Datenspeicherung

8.3 Logische Datenspeicherung

8.4 Strukturen zur Datenspeicherung

8.5 Datenfreigaben

8.6 Datenvertraulichkeit

8.7 Datensicherheit

8.8 Benutzerrechte

8.9 Datenschutz

8.10 Redundanzsysteme zur Ausfallsicherheit

8.11 Langzeitdatenspeicherung

8.12 Datensicherung und Datenarchivierung

9 Hinweise zur Einführung eines MDMS und zur Migration

9.1 Grundlagen

9.2 Hinweise zum Betrieb eines MDMS und der Qualitätssicherung

9.3 Anforderungen an das Personal zum Aufbau und Betrieb eines MDMS

9.4 Kosten und Nutzen

Anhang A Checkliste

Anhang B Beispiele zu Datenformaten mit Hinweisen zu: Name, Urheber, Quelle der Formatbeschreibung

Anhang C Beispiel zum Umfang relevanter Metadaten zu einem Messwertaufnehmer

Anhang D Beispiel zur möglichen Integration eines Messdatenmanagementsystems (MDMS) in den Datenverbund eines Unternehmens

Anhang E Beispiele zur Datenaufnahme, -auswertung und -speicherung von Zeitreihen mit unterschiedlichem Zeitbezug in einem Messdatenmanagementsystem (MDMS)

E.1 Messwertaufnahme und Verarbeitung

E.2 Speicherung und Auswertung von Datenlücken

E.3 Festlegung des Zeitbezugs bzw. Interpolationstyps

E.4 Äquidistante Messdaten

E.5 Transformationsbeziehungen

Anhang F Beispiel zur Ermittlung des Datenaufkommens

Quellen und Literaturhinweise

My questions

  • - Checkliste zur Bewertung eines MDMS
    • - Was ist das?
    • - Für wen?
    • - Kann man diese Checkliste als Fragebogen verwenden?
  • - Zeitreihe?
  • - Zeitreihenfolge?
  • - Unterschied zwischen “Zeitreihe” und “Zeitreihenfolge”?
dwa-m_151.txt · Last modified: by kalaschnikow